Voraussetzungen, um in Deutschland als Arzt zu arbeiten

Welche Voraussetzungen gibt es, um als ausländischer Arzt in Deutschland zu arbeiten?

Medizinerinnen und Mediziner benötigen zur Ausübung ihres Berufes in Deutschland auf Dauer eine sog. Approbation. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob der Abschluss im Ausland oder in Deutschland erlangt wurde.
Einen Antrag zur Approbation können zugewanderte Ärzte und Ärztinnen je nach ihrer Herkunft auf Grund unterschiedlicher Rechtsgrundlage stellen:

  • EU-Angehörige, sowie Angehörige der weiteren Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz haben ein Recht auf ein Approbationsverfahren. Dieses Recht beruht auf einer entsprechenden Richtlinie der EU (RL2005/36/EG).

  • Angehörige aus Drittstaaten haben in zwei Fällen die Möglichkeit eine Approbation zu erlangen. Zum einen, wenn das Medizinstudium in Deutschland erfolgreich abgeschlossen wurde und sie nachweisen, dass sie wichtige Rechte verlieren würden, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft annähmen. Zum anderen kann aber auch die Gleichwertigkeit des ausländischen Abschlusses gegenüber dem deutschen Abschluss in der Medizin festgestellt werden oder ggf. mit Hilfe einer Kenntnisprüfung bestätigt werden.

Um jedoch die Qualität und Sicherheit medizinischer Leistungen sicherzustellen, stellt der Staat zusätzlich hohe Anforderungen an die fachliche, charakterliche und gesundheitliche Eignung der Ärzte und Ärztinnen. Aus diesem Grund gelten folgende Voraussetzungen:

  • Sie dürfen sich keines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich die Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufs ergibt.

  • Sie dürfen nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet sein.

  • Sie müssen über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Diese Sprachkenntnisse sind in den unterschiedlichen Bundesländern uneinheitlich geregelt. Ein Niveau von mindestens B2 im allgemeinen Deutsch muss jedoch überall als Mindestvoraussetzung vorliegen.

  • Sie müssen die Abschlussprüfung eines Studiums der Medizin von mindestens sechs Jahren an einer wissenschaftlichen Hochschule bestanden haben. Von dieser Ausbildungszeit müssen mindestens acht und höchstens zwölf Monate eine praktische Ausbildung in Krankenhäusern oder geeigneten Einrichtungen der ärztlichen Krankenversorgung gewesen sein.

Diese Voraussetzungen müssen bei der Antragstellung der Approbation bei der jeweiligen zuständigen Stelle, neben dem derzeitigen Aufenthaltsrechtlichen Status, nachgewiesen werden.

*Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Angaben gegeben.
*Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (2011), Anerkennung und Berufszugang für Ärzte und Fachärzte.

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